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Keine Rücklagen für die Pflegeversicherung

Die Vorschläge der Gesetzlichen Krankenversicherung, Rücklagen im Rahmen der Gesetzlichen Pflegeversicherung zu bilden werden nicht von allen positiv aufgenommen. Zwar begrüßt die Private Krankenversicherung, dass die GKV nun auch die Notwendigkeit von zusätzlichen Vorsorgemaßnahmen erkennt, lehnt das vorgeschlagene Modell aber dennoch als ungeeignet ab.

Da in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung jede Finanzreserve dem politischen Einfluss unterliegt besteht die Gefahr, dass diese Reserven von der Politik für andere Mittel genutzt werden. Belegt wird dies von zahlreichen Beispielen aus der Vergangenheit. So könnte es auch in Zukunft passieren, dass diese Gelder letztendlich nicht den Pflegebedürftigen zu Gute kommen. Um dies zu verhindern, muss der Kapitalstock staatsfern angelegt werden, denn sicher ist dieses Geld nur unter dem Eigentumsschutz privatwirtschaftlicher Verträge, wie Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) berichtet.

Selbst die Hinweise des GKV-Spitzenverbandes auf die Finanzkrise sprechen nicht gegen ein privates Modell kapitalgedeckter Rücklagen. Schließlich hat der Kapitalstock der PKV alle bisherigen Finanzkrisen unbeschadet überstanden und konnte sogar beständig ansteigen. So wurde zudem die Höhe der gesetzlich vorgeschriebenen Zinsen jedes Jahr überstiegen.

Auch einen weiteren Vorschlag des GKV-Spitzenverbandes, die Bildung der Finanzreserve an die Konjunkturentwicklung zu koppeln lehnt Leienbach ab. So führt er in diesem Zusammenhang an, dass die demografische Entwicklung und damit verbunden der steigende Pflegebedarf nicht von der Konjunktur abhängig sind. Zudem geht es bei dem Thema Pflege um eine nachhaltige Vorsorge. Da eine Konjunktur jedoch auf Dauer Höhen und Tiefen hat, sieht Leienbach in dem GKV-Modell nur eine geringe Vorsorge wobei die Pflege abhängig wäre von der jeweiligen Kassenlage.

Aus diesen Gründen rät Leienbach der Politik, auf das Wissen der Privaten Pflegeversicherung zurückzugreifen. Eine jahrelange Erfahrung in der Berechnung des Pflegerisikos sowie ein stabiles Wachstum bei den kapitalgedeckten Rückstellungen sprechen seiner Meinung nach dafür.

Betriebsrenten zeigen sich unbeeindruckt vom Aktiencrash

470 Milliarden Euro haben Beschäftigte in Deutschland für ihre Betriebsrente angespart, vielfach indirekt in Aktien. Peter Doetsch und Herwig Kinzler von dem Beratungshaus Mercer sagen im Interview mit dem Manager-Magazin (mm), warum das trotz jüngster Kursstürze an der Börse kein Grund zur Sorge ist.

mm: Herr Doetsch, in der Diskussion um die Altersvorsorge gerät die Absicherung über den Betrieb oft in den Hintergrund. Wie viel Menschen in Deutschland sorgen über den Betrieb für das Alter vor oder beziehen bereits eine Betriebsrente?

Doetsch:Aus allen verfügbaren Statistiken ziehe ich den Schluss, dass mindestens jeder zweite Beschäftigte in Deutschland eine betriebliche Altersversorgung erhält und jeder zweite Rentner eine Betriebsrente bezieht. Wir reden also über mindestens 25 Millionen Menschen, die über eine Betriebsrente oder Ansprüche daraus für das Alter abgesichert sind.

mm: Lässt sich das auf Branchen und Betriebe herunterbrechen?

Doetsch: Die Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge unterscheidet sich in der Tat deutlich nach Betriebsgröße und Branche: Bei großen Unternehmen liegt der Prozensatz bei über 95 Prozent, bei Kleinbetrieben sind es unter 50 Prozent. Im Baugewerbe, in der chemischen Industrie oder im Bankenbereich zum Beispiel werden aufgrund von Tarifverträgen fast 100 Prozent erreicht. In einigen anderen Branchen sieht es dagegen schlecht aus.

mm: Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Selbstständige zahlen in Pensionskassen, Versorgungswerke oder große Pensionsfonds ein. Lässt sich das Vorsorgevermögen dieser Einrichtungen beziffern?

Doetsch: Die Daten, die uns dazu zur Verfügung stehen, sind leider nicht ganz aktuell. Im Jahr 2009 lag das gesamte Vorsorgevermögen bei 468,2 Milliarden Euro, wobei über die Hälfte auf Direktzusagen entfiel. Bei Pensionskassen belief sich das Volumen auf 111,5 Milliarden und bei Direktversicherungen auf 51,5 Milliarden Euro.

mm: Bei den Dax-Konzernen klaffte zwischen den Pensionszusagen und Pensionsvermögen zuletzt eine Lücke von rund 84 Milliarden Euro. Demnach sind lediglich 66 Prozent der Zusagen mit Kapital gedeckt. Müssen sich die Beschäftigten Sorgen machen?

Doetsch: Klares Nein, sie müssen sich keine Sorgen machen. Der Deckungsgrad hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Er lag schon mal unter 30 Prozent, und selbst da musste niemand befürchten, leer auszugehen. Denn bei der in Deutschland vorherrschenden internen Finanzierung steht der Arbeitgeber selbst mit seinem gesamten Betriebsvermögen für die Zusagen ein. Im Falle einer Insolvenz springt der Pensionssicherungsverein (PSV) und damit die Solidargemeinschaft der vielen Tausend Mitglieder ein. Selbst Mega-Insolvenzen wie der AEG-Vergleich oder die Arcandor-Insolvenz hatte der PSV vergleichsweise glimpflich überstanden und letztlich nur für eine kurze Zeit einen deutlich höheren Beitrag von seinen Mitgliedern fordern müssen.

mm:Wie hoch ist der Deckungsgrad in anderen betrieblichen Einrichtungen jenseits der großen Dax-Rentenkassen?

Doetsch: Dazu gibt es keine Statistik. Bei Direktversicherungen, die nach der Direktzusage die am weitesten verbreitete Form der betrieblichen Altersversorgung darstellt und insbesondere bei Kleinstbetrieben vorherrscht, ist begrifflich immer eine volle Deckung gegeben – Beleihungen kommen in der Praxis kaum vor. Direktzusagen haben kleine und mittlere Betriebe häufig für ihre Geschäftsleiter. Ansprüche daraus sind ebenfalls häufig über Versicherungen oder Fonds voll gedeckt. Unterstützungskassen wiederum wurden in letzter Zeit primär als rückgedeckte Unterstützungskassen gegründet. Diese sind – wie Direktversicherungen – grundsätzlich voll über den Versicherungsvertrag ausfinanziert. Es gibt aber auch noch alte, rein mit sogenannter Polsterfinanzierung versehene Unterstützungskassen.

Unter dem Strich gehe ich davon aus, dass der Deckungsgrad für die drei genannten Durchführungswege wegen des höheren Anteils versicherungsförmiger Zusagen über dem der Dax30-Unternehmen liegt.

Armut der Rentner nimmt zu

Die Altersarmut von Ruheständlern hat einer Studie zufolge in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Auch die Ungleichheit bei der Einkommensverteilung ist gestiegen.
Im Untersuchungsjahr 2009 hätten die Einkommen in 11,5 Prozent der Rentnerhaushalte unterhalb der Armutsgrenze gelegen, geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hervor. Im Jahr 1995 habe die Quote noch bei 9,4 Prozent gelegen. Als Armutsgrenze definierten die Forscher 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland; Für das Jahr 2009 lag der Wert bei 870 Euro im Monat.

Die Schere zwischen armen und wohlhabenden Rentnerhaushalten in Deutschland klaffe weiter auseinander, heißt es in der Studie weiter. Die reichsten 20 Prozent der westdeutschen Rentnerhaushalte verfügten 2009 über ein gut doppelt so hohes Einkommen wie die ärmsten 20 Prozent. Der Abstand habe sich seit 1995 vergrößert. In Ostdeutschland hingegen lagen die Einkommen des oberen Fünftels in beiden Jahren um 54 Prozent über denjenigen des unteren Fünftels.

Ostdeutsche Rentner stehen besser da

Das Armutsrisiko von Rentnern unterscheidet sich deutlich zwischen Ost- und Westdeutschland sowie zwischen Männern und Frauen. In Westdeutschland lagen 2009 der Studie zufolge 12,2 Prozent der Rentnerhaushalte unter der Armutsgrenze, im Osten waren es nur 8,6 Prozent (Vergleichszahlen 1995: 9,7 Prozent im Westen und 7,8 Prozent im Osten). Als Grund für den Unterschied nannten die IWH-Experten die kontinuierlicheren Erwerbsbiografien sowie die höhere Erwerbstätigkeit von Frauen zu DDR-Zeiten.

Zugleich waren Frauen in Ost und West häufiger von Altersarmut betroffen als Männer. 2009 bezogen demnach 13 Prozent der Rentnerinnen Einkünfte unterhalb der Armutsgrenze, bei den Männern waren es nur 9,5 Prozent.

Meist Rente als einziges Einkommen

Als Einkommensquelle sei die Bedeutung der gesetzlichen Altersrente im Vergleichszeitraum gestiegen, heißt es in der Untersuchung weiter: 2009 bezogen demnach 92,2 Prozent aller Rentnerhaushalte eine solche Altersrente, 1995 waren es nur 86,5 Prozent. Nur etwa drei Prozent der Rentnerhaushalte bezogen 2009 Einkünfte aus der privaten Altersvorsorge.

Mit ihrem Haushaltseinkommen zeigten sich laut Studie 2009 knapp 59 Prozent jener Rentner zufrieden, die nicht armutsgefährdet sind. Bei Rentnern mit Einkommen unterhalb der Armutsgrenze waren es nur 23,1 Prozent. Allgemein mit ihrem Leben zufrieden waren 48,8 Prozent der nicht Armutsgefährdeten und nur 36,3 Prozent der Rentner unterhalb der Armutsgrenze.
mbe/AFP/Reuters

Die Sicherheit von Geldanlagen in unsicheren Zeiten

Steht die Welt vor einer neuen Finanzkrise? Weltweit sind die Börsen auf Talfahrt, doch der Kleinanleger hat andere Sorgen und Nöte. Im wesentliche geht es ihm um die Sicherheit seiner Spareinlagen und um Alternativen der Anlage. Doch welche Anlagefomen empfehlen die Experten? Sind Bankanlagen noch sicher? Oder soll man jetzt in Gold investieren? Oder in Schweizer Franken?

Einlagensicherung bei Banken

Kundengelder bei Banken und Sparkassen sind in Deutschland bis zu 100.000 Euro pro Kontoinhaber gesetzlich gesichert. Zudem sind die meisten Banken über den Einlagensicherungsfonds deutscher Banken mit einem großen Millionenbetrag abgesichert. Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind über deren Verbundsysteme geschützt. Geschützt sind dadurch Termin-, Spar- und Sichteinlagen. Das umfasst Girokonten, Tages- und Festgelder, Sparbücher, Banksparpläne und Sparbriefe – nicht aber Aktien, Fonds und meist auch keine Zertifikate und Schuldverschreibungen.

Staatliche Sparguthaben

Sehr sicher sind auch Staatsanleihen Deutschlans, Bundesschatzbriefe oder Bundesobligationen. Deutschland ist immer noch eines der sichersten und solventesten Schuldner auf der ganzen Welt. Nachteil der hohen Sicherheit: die niedrigen Zinsen. Das gilt jedoch nicht für alle Euroländer. Je nach der Kreditwürdigkeit der einzelnen Euroländer steigt die Rendite und damit das Risiko. Für Anleger heißt das: Wer Staatsanleihen aus dem Euroraum kauft, muss genau hinschauen, wem er sein Geld leiht.

Rentenfonds

Der gleiche Grundsatz wie bei den Staatsanleihen gilt auch für Rentenfonds. Die Anleger sollten prüfen, in welche Anleihen der Fonds investiert ist. Bei schlechten Schuldnern drohen Kursrückgänge und dann darf in nächster Zeit nur mit dürftigen Renditen gerechnet werden.

Geldanlage in Lebensversicherungen

Lebensversicherer dürfen nur bis zu 30 % Kundengelder in Aktien und Investmentfonds anlegen. Die meisten Versicherer nutzen diesen Spielraum aber nicht vollumfänglich aus. Der größte Teil ist in festverzinslichen Wertpapiere angelegt. Mit Sorge betrachten die Versicherer die weitere Entwicklung, die italienische Staatsanleihen im Gepäck haben. Das dürften nicht nur ein paar wenige sein, denn das Mittelmeerland ist der drittgrößte Anleihemarkt der Welt.
Eine Insolvenz der Versicherer ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Aber, die Kundengelder müssem getrennt von den übrigen Vermögenswerten verwaltet werden. Es ist für die Erfüllung der Zahlungsansprüche der Versicherungsnehmer reserviert und dem Zugriff anderer Gläubiger entzogen. Auch sind die Versicherer durch den Sicherungsfonds “Protektor” vor Pleiten geschützt. Diese Auffanggesellschaft umfasst derzeit einen Topf von 722 Millionen Euro. Von einer Pleite ohne Absicherung muss also niemand ausgehen. Achtung: Kündigen sie nicht vorschnell eine bestehende Lebensversicherung. Kosten- und Kapitalverlust sind hier viel zu hoch.

Riester-Rente und Garantie

Bei einem Rister-Vertrag sind die eingezahlten Spargelder samt Zulagen garantiert. Das bietet zwar hohe Sicherheit, gewährt aber keine Garantie für eine ordentliche Rendite. Zumal die Riester-Rente nachträglich versteuert werden muss. Bei einem fondsgebundenen Riester-Vertrag ist langer Sparhorizont gefragt, um die Börsenschwächen auszugleichen. Wenn das nicht der Fall ist, düften die Anleger auf der Garantie sitzen bleiben.

Schweizer Franken und Gold als Alternative

Viele Anleger flüchten derzeit in den Schweizer Franken oder in Gold. Dies erscheint zwar derzeit sicher zu sein, doch große Gewinne sind wohl hierbei nicht zu machen, da sich die Preise für Schweizer Franken und Gold schon im oberen Segment bewegen. Neben dem Währung- und Kursrisko wirft der Schweizer Franke kaum und Gold keine Zinsen ab. Dennoch werden Fremdwährungen und Edelemetalle als Vermögensstabilisator gesehen, um sich vor Inflation und dem drohenden Euro-Ausfall zu schützen. Trotzdem eignen sie sich nur zur Ergänzung und Risikostreuung bei der Kapitalanlage.

Mitteilung der dvb Pressespiegel AKTUELL

Streit über Pflegekosten

Will ein Pflegebedürftiger von ihm selbst getragene Pflegekosten als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen, so sind dabei sowohl Leistungen der Beihilfe, der Pflegeversicherung als auch die einer ergänzenden privaten Pflegezusatz-Versicherung zu berücksichtigen. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss vom 14. April 2011 entschieden (Az.: VI R 8/10).

Der pflegebedürftige Kläger (Pflegestufe III) lebte in einem Pflegeheim. Die Kosten für Unterbringung und Pflege wurden ihm teilweise durch die Pflegeversicherung sowie die Beihilfe erstattet.

Pflegetagegeld

Den darüber hinausgehenden Betrag wollte der vermögende Kläger als außergewöhnliche Belastung im Sinne von § 33 EStG von der Steuer absetzen.

Sein Finanzamt war damit zwar grundsätzlich einverstanden. Entgegen der von dem Kläger durchgeführten Berechnung war das Finanzamt jedoch der Meinung, dass bei der Berechnung der außergewöhnlichen Belastung ein Pflegetagegeld zu berücksichtigen sei, welches er aus einer privaten Zusatzversicherung erhielt.

Damit war der Kläger jedoch nicht einverstanden. Er zog daher bis vor den Bundesfinanzhof. Doch ebenso wie in den Vorinstanzen erlitt er auch dort eine Niederlage.

Außergewöhnliche Belastung, aber …

Grundsätzlich, so die Richter des BFH, können Pflegekosten ebenso wie Krankheitskosten eine außergewöhnliche Belastung darstellen, die bei der Berechnung der Einkommensteuer steuermindernd geltend gemacht werden können. Das gilt auch für Aufwendungen für die krankheitsbedingte Unterbringung in einem (Alten-) Pflegeheim.

Als steuermindernd gelten allerdings nur Aufwendungen, welche der Steuerpflichtige endgültig selber zu tragen hat.

Bei der Berechnung müssen daher nicht nur Erstattungen durch die Beihilfe und durch die Pflegeversicherung berücksichtigt werden, sondern auch Leistungen, die ein Steuerpflichtiger aus einer privaten Pflegezusatz-Versicherung erhält. Die Klage wurde daher als unbegründet zurückgewiesen.

Wolfgang A. Leidigkeit im Versicherungsjournal.de vom 03.06.2011

Lebensversicherungen “Die Renditen werden eher steigen”

Interview FOCUS-MONEY-Redakteurin Julia Hassmann mit Manfred Poweleit, Chefredakteur des Versicherungs-Branchendienstes Map-Report, über die Effekte der Inflation auf Lebensversicherungen und die Angst vor der Gasrechnung im Briefkasten.
FOCUS Online: Herr Poweleit, haben Sie eine Lebensversicherung?

Manfred Poweleit: Beschränkung auf eine? Mehrere.

FOCUS Online: Können Sie da bei einer Inflationsrate von über zwei Prozent noch gut schlafen?

Map-Report Versicherungsexperte Manfred Poweleit
Poweleit: Ich schlafe sehr gut. Ein Blick in die Zahlen der Vergangenheit zeigt, dass das Zinsniveau bei einer Inflation steigt. Bisher liegt das Zinsniveau regelmäßig über der Inflationsrate. Damit liegt eine Lebensversicherung relativ gut im Rennen.

FOCUS Online: Gar keine Bedenken?

Poweleit: Ein akutes Problem besteht, wenn die Zinsen zu schnell steigen. Dann besteht Abschreibungsbedarf bei den Gesellschaften, was Druck auf die Überschussbeteiligungen ausüben würde.

FOCUS Online: Wie wirkt sich die Inflation eigentlich auf Lebensversicherungen aus?

Poweleit: Relativ wenig. Die Rendite der Versicherungen steht bei derzeit niedrigen Zinsen mehr unter Druck. Ich rechne mit einer Entspannung der Situation. Die Renditen werden eher steigen. Und die Versicherer haben sich auch wenig in südeuropäischen Staatsanleihen engagiert. Sie sind also wenig betroffen, falls zum Beispiel Griechenland seine Schulden nur teilweise zurückzahlen kann. Die deutsche Staatsverschuldung ist ein größeres Problem als die Inflation.

FOCUS Online: Aber die Versicherungen haben stark in Bankanleihen investiert und könnten von einem Schuldenschnitt in Mitleidenschaft gezogen werden.

Poweleit:
Das stimmt. Wenn einheimische Banken betroffen wären, wäre es schwieriger. Dort liegt viel Geld der Versicherer.

FOCUS Online: Tatsache ist jedenfalls: Die Menschen spüren die Inflation.

Poweleit: Ja, die Inflation ist schlecht für den Kunden. Durch die private Altersvorsorge soll ja die Lücke geschlossen werden zwischen Geldbedarf und gesetzlicher Rente. Bei einer Steigerung der Inflationsrate kann schon eine Gasrechnung im Briefkasten für Schwierigkeiten sorgen, wenn das Geld fehlt. Dann wird das Budget aufgefressen, das für das Alter geplant war.

FOCUS Online: Was können die Kunden tun?

Poweleit: Die Vorsorgeleistung steigern, um nicht in Risiken zu laufen. Zwar steigen mit der Inflation auch die Zinsen, aber wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte über die Höhe der eigenen Vorsorge noch einmal selbstkritisch nachdenken.

FOCUS Online: Also die Versicherungssumme erhöhen?

Poweleit: Zum Beispiel. Oder noch einen Vertrag abschließen.

FOCUS Online: Die Lebensversicherungen also auf gar keinen Fall verkaufen?

Poweleit: Warum denn? Das halte ich für keine empfehlenswerte Alternative.

FOCUS Online: Spielt es eine Rolle, bei welchem Anbieter ich die Lebensversicherung abgeschlossen habe?

Poweleit:
Man sollte sich den Produktpartner schon genau ansehen. Deshalb machen wir auch Ratings. Wir schauen uns die Gewinnbeteiligungen, die Kosten, die Nettorenditen aus den Kapitalanlagen und die Qualität des Kundenservice an.

FOCUS Online: Die Lebensversicherungen investieren einen Großteil in festverzinsliche Wertpapiere. Wäre es schlauer, das Geld in kurzfristige Papiere umzuschichten?
Poweleit: Kurzfristige Anlagen bringen derzeit weniger Geld als längerfristige. Der Trend geht dazu, in längerfristige Anlagen zu investieren. Die Inflation kommt überdies nicht von heute auf morgen, sondern – und das ist ja das Gefährliche – ist ein schleichender Prozess. Aber es bleibt Zeit genug, die Strategie auf die Situation einzustellen. Und die Inflation, die jetzt auf uns zukommt, hat eine eindeutige Ursache.

FOCUS Online: Nämlich?

Poweleit: Die Geldmengenpolitik der Notenbanken. Man sollte auch damit kalkulieren, dass sie bald Schluss damit machen, große Mengen an Geld in die Märkte zu pumpen. Dann normalisieren sich die Zinsen, die Aktienkurse und auch die Preise für Rohstoffe wieder. Die Inflation wäre auch durch die Geldmengenpolitik in den Griff zu bekommen. Zinserhöhungen sind nicht das einzige Mittel gegen Inflation.

FOCUS Online: Sind fondsgebundene Policen in Inflationszeiten ratsam? Stichwort: in Unternehmensbeteiligungen, also Sachwerte investieren?

Poweleit: Das hat weniger mit der Inflation zu tun. Mit fondsgebundenen Policen investieren die Kunden in den Aktienmarkt. Der ist von der übermäßigen Geldmenge getrieben. Das Geld wird in die Aktienmärkte gepumpt und treibt dort die Kurse. Wir haben eine liquiditätsgetriebene Hausse. Wenn die Geldpolitik sich normalisiert, werden sich nach meiner Einschätzung die Kursentwicklungen „normalisieren“ – ich persönlich befürchte also Kursverluste.

FOCUS Online: Die Rendite der Lebensversicherungen lag in den vergangenen Jahren über der Inflation. Wird das auch in Zukunft so bleiben?

Poweleit: Ich glaube, dass die Möglichkeit, Zinserträge zu erzielen, höher sein wird als die Inflationsraten. Und was die Versicherer am Kapitalmarkt erzielen, werden sie im hohen Maße an die Kunden weitergeben, da ein hoher Wettbewerbsdruck herrscht.

Versicherungsexperte Manfred Poweleit: „Lebensversicherung liegt bisher relativ gut im Rennen“
FOCUS-Online: Warum?

Poweleit: Es ist zu wenig Geld in den Kassen der Haushalte, und zudem ist die private Vorsorge aus der Mode gekommen. Das ist eine Langfristfolge der Finanzkrise.

FOCUS-Online: Und wie wirkt sich die Senkung des Garantiezinses von 2,25 auf 1,75 Prozent aus?

Poweleit: Sie hat einen bremsenden psychologischen Effekt. Die private Vorsorge wird weiter zurückgehen. Auf die Rentabilität der Lebensversicherung hat der Schritt keinen Einfluss.

Flucht in Sachwerte

Kommentar von Armin Schmitz zur
Entwicklung des Silberpreises

Frankfurt (ots) – In beeindruckenden Sprüngen hat sich der
Silberpreis in den vergangenen Tagen der 50-Dollar-Marke genähert.
Allein am Ostermontag legte der Unzenpreis um 8% zu und überschritt
mit dem Hoch von 49,83 Dollar den bisherigen Rekord des Londoner
Fixing von 49,45 Dollar. Dieser stammt noch vom 18. Januar 1980, dem
Höhepunkt der Silberspekulation der Brüder Nelson Bunker Hunt und
Herbert William Hunt. Nur noch wenige Cent entfernt ist der Preis von
dem damaligen Tageshöchstkurs von 50,35 Dollar.

Die Markttechnik beim Silber gilt als überhitzt. Die Auguren
rechneten bereits nach dem Sprung über 40 Dollar mit einem
Kurseinbruch. Doch das Gegenteil ist eingetreten. Zuletzt war nicht
die Frage ob, sondern wann der alte Rekord geknackt wird. Der Markt
wollte den Rekordpreis fallen sehen.

Grund für den Anstieg in den vergangenen Tagen war die Nachfrage
von den Investoren über Exchange Traded Funds (ETF) oder Exchange
Traded Commodities (ETC), bei denen das Anlegerkapital mit physischem
Silber hinterlegt wird. Allein von Donnerstag auf Montag wuchs der
Silberbestand des weltweit größten Silber-ETF iShares Silver Trust um
stolze 240 auf 11390 Tonnen des Edelmetalls. Das entsprach einem
Gegenwert von rund 240 Mill. Euro. Ein Teil der Preissteigerungen
wird der Schließung riesiger Leerverkaufspositionen in Silber von
US-Banken angelastet.

Den Anstieg des Silberpreises um 48% seit dem Jahresanfang nur auf
Spekulanten oder gar die Abwertung des Dollar zurückzuführen, ist
allerdings zu kurz gedacht. Die Silber-ETF sind vielmehr als ein
Indikator für die Käufe von physischem Silber der breiten Bevölkerung
zu sehen. Edelmetallhändler und Münzprägeanstalten berichten über
eine enorme Nachfrage von Privatpersonen, die Silbermünzen und kleine
Silberbarren horten.

Während Gold für die Notenbanken und vermögende Privatinvestoren
die erste Wahl ist, gilt Silber für weniger gut betuchte Anleger als
preiswerteres Mittel, um sich vor einer befürchteten Entwertung des
Bargelds und der Staatsschuldenkrise zu schützen. Die Hausse von
Silber und Gold erinnert an die Flucht der Bevölkerung in Sachwerte,
vor der der österreichische Ökonom Ludwig von Mises bereits 1949
warnte. Mises ging davon aus, dass eine zu expansive Geldpolitik die
Preise für Rohstoffe, verschiedene Handelswaren und Dienstleistungen
treibt. Ein Ende dieser Geldpolitik seitens der USA ist derzeit nicht
abzusehen. Daher sollte sich auch die Hausse bei den Edelmetallen
fortsetzen.

Melina Gasca von Wiegers Werbung: Alleinstellungsmerkmal entwickeln…

…und konsequent nach außen darstellen


Vortragsrückblick

„Tu Gutes und sprich drüber!“ – Das war das Motto des vergangenen Clubs am Dienstag in Hamburg/ Altona.

Der Club am Dienstag ist eine offene Veranstaltung als Plattform für reges Netzwerken. Jede Woche gibt es einen Vortrag zu unterschiedlichen Themen, mit anschließender Diskussion und einer heißen Suppe. Am vergangenen Dienstag, dem 1. Februar, durfte ich meine Erfahrungen zur werbewirksamen Darstellung von Alleinstellungsmerkmalen einem sehr interessierten Publikum vorstellen.

Einen herzlichen Dank an alle Teilnehmer für die rege Beteiligung an Vortrag und Diskussion.

Fazit unserer Veranstaltung war die Notwendigkeit von Beschränkungen. Je weniger wir unsere Kunden – und ebenso uns selbst – verwirren, desto besser das Verständnis und die Bereitschaft von alten Strukturen abzuweichen. Emotionale Sicherheit, das bestätigen Studien, ist für eine Entscheidung mindestens ebenso wichtig wie Fakten.

Jedem, und ganz besonders kleinen und mittelständischen Unternehmen, möchte ich ans Herz legen, auf Übersichtlichkeit anstelle von Überfluss zu setzen. Aus sinnvollen Strukturen und klaren Alleinstellungsmerkmalen kann ein prägnanter Außenauftritt entwickelt werden. Das Ergebnis ist Authentizität, weil Logik Handlungen ganz natürlich erscheinen lässt. Potenzielle Kunden können das Angebot und ihren Nutzen schnell erfassen. Mit dem Verständnis entsteht Vertrauen. Die Basis für eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung.

Mein nächster Vortrag wird wieder im Rahmen des Clubs am Dienstag stattfinden, dieses Mal gemeinsam mit der Innenarchitektin Nina Ramsthaler. Wir referieren über das Thema “Psychologische Farbgestaltung: Wie stelle ich mein Unternehmen nach außen dar?”. Anschließend freuen wir uns auf eine angeregte Diskussion und spannende Kontakte bei Suppe und Netzwerken.

Sie sind herzlich eingeladen am Dienstag, den 1. März in Hamburg Altona. Anmeldungen auf www.xing.com in der Gruppe „Radikation“ oder bei mir: m.gasca@wiegerswerbung.de

Melina Gasca

Wiegers
WERBUNG WEBDESIGN BESCHRIFTUNG
Inhaber Michael Wiegers
Am Langberg 16 I 21033 Hamburg
Tel. 040 – 738 19 11
www.wiegerswerbung.de